Kreuzweg Geiselbach

Geschichte des Kreuzweges

Der nördlich von Geiselbach liegende Kreuzberg wird in alten Karten von 1594 und 1619 als „Eckstein“ bezeichnet. Seit dem 19. Jahrhundert findet sich dann die Bezeichnung Kreuzberg. Aus kirchlichen Unterlagen geht hervor, dass bereits im Jahre 1847 von einem Omersbacher Bürger ein Wallgang auf den Kreuzberg bestellt wurde. Dies berechtigt zu der Annahme, dass sich dort zu dieser Zeit bereits ein Holz- oder Steinkreuz befunden haben muss.

In den Jahren 1843 bis 1865 wurden dann jährlich zwischen Juni und September zwei bis drei Wallgänge, in Geiselbach als „Kreizkippel“ bekannt, durchgeführt. 1865 bat Pfarrer Sebastian Waldhäuser bei dem Bischöflichen Ordinariat in Würzburg um Erlaubnis zur Einweihung eines steinernen Kreuzes mit Kruzifixbild. In der Folgezeit pilgerten viele Menschen dort hinauf, dass die Kirchenverwaltung beschloss, einen Kreuzweg (Stationsweg) zum Kreuz auf dem Berg zu errichten. 1906 wurde ein Vertrag mit den Eigentümern der Waldflächen abgeschlossen. Es wurde unter anderem festgehalten, dass „die Kirchenstiftung die durch Wohltäter errichteten Kreuzwegstationen als Eigentum übernimmt und als Gegenleistung für gute Instandhaltung derselben Sorge tragen wird“.
Im Laufe der Jahre nagte der Zahn der Zeit an den Stationen. So waren die an den Stationen angebrachten Bilder aus Eisenblech verrostet und nicht mehr erkennbar. Sie wurden durch Reliefbilder ersetzt. Gleichzeitig wurden die geweihten Holzkreuze durch neue Eichenholzkreuze ersetzt.
Einem Beitrag im Würzburger Katholischen Sonntagsblatt war zu entnehmen, dass „der fromme Sinn zweier Heimattöchter, Rosina Pfaff und Maria Bittel, geborene Pfaff, die Kreuze errichten ließ. Weiter steht zu lesen, dass die Heimatliebe einer inzwischen in München lebenden frommen Dame die Mittel gestiftet hat, den Leidensweg in Steinbildern zu ersetzen. Die fromme Dame war Eva Miller, eine Schwester des geheimen Kommerzienrates Jakob Heilmann. Ausgeführt wurde die Arbeit von dem Bildhauer Georg Schneider aus Würzburg. Fest steht aber auch, dass 1906 mehrmals in der Geiselbacher Kirche Kollekten für den Kreuzweg abgehalten wurden.


Die oberhirtliche Genehmigung zur Einweihung des Kreuzweges wurde am 22. Mai 1932 vom Bischöflichen Ordinariat Würzburg erteilt. Im Jahre 1984 wurden die Kreuzwegstationen durch die Gemeinde Geiselbach saniert. Die Arbeiten wurden durch den Großkrotzenburger Steinmetz Peter Seydel durchgeführt. Die Kosten betrugen 13.737,- DM.
Für die im Jahr 2007 erneut durchgeführte Sanierung hatte die Gemeinde Geiselbach bereits 2000 ein Sanierungsgutachten eingeholt, woraus sich Sanierungskosten in Höhe von ca. 40.000,- € ergaben. Nach intensiven Beratungen zwischen Kirchengemeinde und politischer Gemeinde in den Jahren 2005 und 2006 konnte dann endlich am 04.09.2006 die Vereinbarung zwischen der Kirchengemeinde und der politischen Gemeinde unterzeichnet werden. Es wurde vereinbart, dass die Kirchenstiftung und die Gemeinde Geiselbach jeweils den hälftigen Kostenanteil an den ungedeckten Kosten der Sanierung übernehmen.
Im Oktober 2006 wurde der Würzburger Steinbildhauer Boris Rycek mit der neuerlichen Sanierung des Geiselbacher Kreuzweges beauftragt. Im April 2007 wurde mit den Arbeiten begonnen. Zuerst wurde der Jesus-Korpus am Hochkreuz entfernt, der so stark beschädigt war, dass er nicht mehr saniert werden konnte. Der Bildhauer fertigte eine Kopie nach dem vorliegenden Muster an. Hinterher wurden die einzelnen Stationen abgebaut und saniert.
Die sanierten Kreuzwegstationen wurden an einem neuen Standort wieder aufgebaut und am
10. Februar 2008 feierlich eingeweiht. Dass die Entscheidung, den Kreuzweg an dem neuen Platz aufzustellen richtig war, haben uns die Reaktionen von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern in letzter Zeit gezeigt. Außerdem war dies Auflage aus dem Denkmalschutz für die Bezuschussung.

Die Kosten der Sanierung beliefen sich auf 26.993,56 €. Der Bezirk Unterfranken bezuschusste die Maßnahme mit 6.748,39 €, der Landkreis Aschaffenburg mit 2.675,- € und das Landesamt für Denkmalpflege mit 3.000,- € sodass ein ungedeckter Betrag von 14.570,17 € blieb, der je zur Hälfte durch die Kirchenstiftung und die Gemeinde Geiselbach getragen wurde.
Für die Sanierung des Kreuzweges sind bei der Gemeinde Geiselbach Spenden in Höhe von ca. 7.000,- € und bei der Kirche in Höhe von ca. 3.000,- € eingegangen

 

 

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